FAQ – (Ihre) Häufig gestellten Fragen
Wie ist die Idee zur KUniNa entstanden?
Matthias Klein und Peter Stütz:
Haben Defizite im Lernen in der Schule gesehen. Wunsch einen Lernraum für Kinder und Jugendliche zu schaffen, in der sie nachhaltig und wertfrei lernen können.
Was wird in der KUniNa „unterrichtet“?
Studienfächer sind Ökologie, Ökonomie, Gesellschaft und Politik. Ziel ist es, die Vernetzung der Welt in diesen Bereichen den Studenten näher zu bringen. Dabei werden das Handeln und die Konsequenzen dessen in diesen Bereichen untersucht. Dabei wird den Kindern die Möglichkeit gegeben, ein Bewusstsein für ihr Handeln und dessen Konsequenzen zu entwickeln. Ziel ist es NICHT den Studenten ein bestimmtes Verhalten anzulernen, sondern eine Vielzahl von Handlungsalternativen und deren Konsequenzen auf die (Um-) Welt aufzuzeigen.
Wie wird in der KUniNa unterrichtet?
Die Studenten bekommen zu beginn des Semesters einen Projektauftrag, den sie während der nächsten Wochen bearbeiten werden. Zu Beginn wird eine starke Struktur vorgegeben, zum Ende, in den letzten Semestern immer weniger. Dann liegt die Organisation der Projektarbeit bei den Studenten. Unterstützt wird jede Studentengruppe von jeweils zwei Referenten: Einem Themenbegleiter, der Experte und Ansprechpartner für das inhaltliche Thema ist und einem Prozessbegleiter (Coach). Dieser unterstützt die Studenten bei der Gruppenarbeit, thematisiert Konflikt und Fortschritte in der Projektarbeit.
Warum ist das Lernen in der KUniNa nachhaltig?
Egal ob Kinder oder Erwachsene, sobald das Lernen mit der emotionalen Ebene verknüpft sind, dann ist lernen besonders Nachhaltig. Bei den Projektarbeiten sind die Studenten aktiv dabei und erarbeiten diese selbstständig. Erfolge und Misserfolge erfahren die Studenten in erste Hand und jeder Fortschritt wird mit Begeisterung als Erfahrung abgespeichert.
Wie finanziert sich die KUniNa?
Bisher durch private Mittel, Spendengelder, Fördergelder. Langfristig durch Spenden-, Förder-, Sponsorengelder und Mitgliedsbeiträge. Die Mitgliedsbeiträge dienen zum größten Teil der Versorgung der Studenten mit Essen und Trinken an den Vorlesungstagen. Alle Referenten arbeiten ehrenamtlich. „Um langfristig die KUniNa tragen zu können, sind wir über Sponsoren und Fördergelder dankbar“!
Wie ist die KUniNa organisatorisch aufgebaut?
Es gibt einen Förderverein und einen Hauptverein (Träger). Die Förder- Mitglieder sind im Förderverein der KUniNa eingetragen. In der KUniNa, dem Hauptverein, sind die Gründungsmitglieder und die Kern-Referenten eingetragen sowie die Studenten durch Studieneinschreibung verankert. Diese Aufteilung erlaubt kurze Entscheidungswege und eine flexible Entwicklung der KUniNa.
Wer sind die Referenten der KUniNa?
Die Referenten kommen aus verschiedensten Bereichen: Unternehmensberatung, Architektur, Personalentwicklung und Erwachsenentraining.
Die Fachreferenten haben aus beruflichen oder privaten Hintergründen besondere Kenntnisse oder Affinitäten zu den Bereichen und stehen somit als kompetente Ansprechpartner bereit. Die Prozessbegleiter (Coaches) haben hauptsächlich aus beruflichen Hintergründen Erfahrungen in der Prozessbegleitung von Erwachsenen und/oder Kinder und Jugendlichen.
Mit welcher Motivation arbeiten die Referenten bei der KUniNa?
Soziales Engagement: Kinder und Jugendlichen eine Lernchance bieten, die sie sonst nicht hätte. Die meisten
Referenten haben selber Kinder.
Wie wird die Qualifizierung der Referenten sichergestellt bzw. wer entscheidet, wer als Referent bei der KUniNa arbeitet?
Berufliche Qualifikation und privates Engagement. Längerfristige Qualifizierung wird sichergestellt durch gegenseitiges Training der Referenten.
Was ist die Legitimation als Referent für die KUniNa?
Die Referenten verstehen sich als Begleiter und Referenten für die Studenten und NICHT als Erzieher oder Lehrer. In den drei Stunden Vorlesungszeit in der Woche werden die Studenten betreut und in Ihrem Lernprozess der fachlichen und überfachlichen Themen unterstützt. Die soziale Betreuung und Prozessbegleitung erfolgt vor allem im gruppendynamischen Prozess.
In den fachlichen Themen werden verschiedene Optionen des Handelns und die Konsequenzen dessen aufgezeigt. Es werden KEINE moralisierenden Beiträge oder Denkrichtungen aufgezeigt. Die Kinder entscheiden selbst, was sie mit diesem (neuen) Wissen anfangen und ob sie ihr Handeln und Wirken auf Ihre (Um-) Welt ändern möchten oder nicht.
In den überfachlichen Themen werden den Studenten Möglichkeiten aufgezeigt, ihre Wahrnehmung sich selbst und der Gruppe gegenüber zu schärfen, Konflikte zu lösen und sich gegenseitig Feedback zu geben. Persönliches Feedback erhalten die Kinder von ihren Mitstudenten. Feedback zu den Gruppenprozessen auch vom Prozessbegleiter (Coach).
Damit grenzen sich die Referenten der KUniNa ganz klar von dem Anspruch ab, therapeutische Maßnahmen zu ergreifen oder eine eins-zu-eins Betreuung zwischen Student und Coach zu leisten.
Welcher Anspruch wird an die Studenten gestellt?
Der Anspruch an die Studenten beläuft sich auf eine aktive Mitarbeit an den Projekten. Dabei steht weniger das Ergebnis, als der Prozess an sich im Vordergrund.
Fachlich besteht das Ziel des Studiums darin, den Studenten neue Informationen in den Bereichen aufzuzeigen, die Vernetzung ihres eigenen Handelns mit dem Wirken auf ihre (Um-) Welt und neue Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Überfachlich besteht das Ziel darin, dass die Gruppe selbstständig in der Lage ist, nach einer gewissen Zeit selber zu reflektieren und ihre Wahrnehmungen gegenüber den anderen Studenten wertfrei mitzuteilen. Zu Beginn des Studiums werden die Studenten von den Prozessbegleitern dabei unterstützt, in den Reflexionsinseln die sozialen Prozesse zu reflektieren, zum Ende des Studiums werden die Studenten dies von sich aus tun (können).
Warum zwei Referenten (Fach- und Prozessbegleiter/Coach)?
Ein Referent ist Ansprechpartner für die inhaltlichen Fragen, einer für die zwischenmenschlichen Themen. Die Abgrenzung dieser beiden Ebenen (fachliche und soziale) voneinander wird sowohl durch die Anwesenheit zweier Referenten erreicht, als auch durch die räumliche Trennung im Studiensaal zwischen Arbeits- und Reflexionsinseln. Dadurch wird es den Studenten leichter gemacht, zwischen diesen beiden Ebenen zu unterschieden.
Wie soll es funktioniere, dass Kinder so verschiedener Altersgruppen gut zusammen arbeiten?
Im späteren (Arbeits-)Leben werden die Studenten damit konfrontiert sein, erfolgreich mit andern Menschen mit unterschiedlichen Alters- und Erfahrungshintergründen zusammen zu arbeiten. Die KUniNa bietet einen Rahmen, in dem die Studenten lernen, wie sie diese verschiedenen Kompetenzen erkennen und vereinen können.
Wer ist die Zielgruppe?
Kinder und Jugendliche im Alter von 8 – 15 Jahren, aller Bildungshintergründe.
Wie melde ich mich an?
Über das Anmeldeformular auf der Homepage www.kunina.eu oder direkt in der KinderUni.
Wie lange dauert das Studium, bzw. das Semester?
2 Jahre mit 4 Semestern ( je ca. 4 Monate). Je Semester werden 2- 3 Projekte bearbeitet.
Was kostet das Studium?
Die Studenten zahlen einen Semesterbeitrag von EUR 29 € im Monat. Dieser Beitrag deckt zum größten Teil die Verpflegung der Studenten während der Vorlesungen ab.
Was, wenn ich mir als Elternteil die Semesterbeiträge nicht leisten kann?
Auch da wird sich eine Lösung finden lassen! Langfristig ist auch eine finanzielle Unterstützung der Studenten geplant, die das Studium nicht selbstständig finanzieren können- evtl. durch Patenschaften oder durch Fördergelder – jedes Kind im Alter von 8 – 15 Jahren soll die Gelegenheit eines Studiums bekommen.
Wo kann ich mich informieren (über aktuelle News)?
Auf der Homepage www.kunina.eu oder direkt bei der KUniNa.
Gibt es Prüfungen?
Nein, es gibt die Projektarbeiten dabei regelmäßiges Feedback von den Studenten für die Studenten und einen Feedback über den Projektverlauf und den Gruppenprozessen von den Referenten.
Wie wird für die Sicherheit der Kinder gesorgt?
Sie sind während der Vorlesungszeiten unter der Aufsicht der KUniNa – Mitarbeiter.
Wie kann ich als Elternteil meine Kinder unterstützen?
Ideen und Vorschläge der Kinder zu Hause unterstützen und offen sein für Veränderungen. Die Kinder auch dann zum Studium motivieren, wenn es in der Gruppe mal nicht so rund läuft – gerade diese kleineren Krisen stärken die Studenten.
Was bringt die KUniNa meinem Kind?
Inhaltliche Weiterbildung der Studenten in den Bereichen der Gesellschaft, Politik, Ökonomie und Ökologie. Soziale und persönliche Weiterentwicklung durch die Teamarbeit. Aufbau eines Netzwerkes von anderen Kindern und Jugendlichen. Lernen im neuen Umfeld als das der Schule, lernt im Umgang mit Studenten aus anderen Umfeldern, Erlernen von Projektarbeit. Aufbau der Fähigkeit zur Selbstreflexion und Reflexion von Gruppenprozessen.
Am Ende des Studiums bekommt jeder Student ein Diplom.
Wie kann ich als Elternteil die Weiterentwicklung meines Kindes verfolgen?
Es werden in regelmäßigen Abständen Info-Abende stattfinden, in denen über den aktuellen Projektverlauf informiert wird. Diese Abende werden von den Studenten geplant. Sie werden entscheiden, wer welche Informationen erhält. Die persönliche Weiterentwicklung der Studenten wird vor allem durch Beobachtung und Gespräche mit den Kindern sichtbar. Persönliches Feedback durch die Referenten den Eltern gegenüber ist nicht vorgesehen.
Hintergrund dabei ist, dass sich die Stundeten in der Vorlesungszeit frei entfalten können sollen, ohne Leistungsdruck aufzubauen, vor Eltern oder Verwandten einen Fortschritt während der Projekte vorweisen zu müssen.
Was ist der Unterschiede von bisherigen Kinder Unis und der KUniNa auf fachlicher Ebene?
In den bisherigen Systemen von Kinder-Unis lernen die Studenten, was z.B. eine Solaranlage ist und wie diese funktioniert. In der KUniNa lernen sie zusätzlich welche Konsequenzen eine Installation von Solaranlangen mit sich bringt, wer die „Gewinner“ und „Verlierer“ sind. Außerdem werden sie dazu angeregt, ihre persönliche Meinung zu entwickeln.
Wie viele Studienplätze gibt es?
Insgesamt 60 Plätze (15 je Studiengruppe). Über noch freie Plätze informieren sie sich bitte direkt bei der KUniNa (Tel.: 08331 3277 oder 08332 3772).
Besteht Anwesenheitspflicht?
Nein, allerdings ist eine hohe Anwesenheit zu jeder Vorlesung erwünscht und sinnvoll, um aktiv an den Projekten mitarbeiten zu können. Zudem ist es für einen kontinuierlichen Gruppenprozess wichtig, dass die Teammitglieder immer anwesend sind. In jeder Vorlesung wird das Team aus gruppendynamischer Sicht Fortschritte machen, fehlt ein Teammitglied, wird es diesen Fortschritt verpassen bzw. bei der nächsten Vorlesung auflösen.
Es wird unvermeidbar sein, dass ab und an ein Teammitglied nicht an der Vorlesung teilnehmen kann und auch das ist eine Lern- Erfahrung für die Gruppe. Dennoch soll die Studentengruppe eine möglichst große Regelmäßigkeit erfahren und in der Ausgangskonstellation den Gruppenprozess mit allen Höhen und Tiefen erleben können.
Was für Projekte werden bearbeitet?
Ganz verschiedene, interessante und spannende. Bei allen Projekten werden am Ende die Ergebnisse vor der entsprechenden Zielgruppe präsentiert. Z.B. im Bereich Ökonomie: Faire Trade mit dem Ziel einer Infoveranstaltung regionaler Unternehmen, die überzeugt werden sollen nur noch Produkte aus fairem Handel anzubieten.
Über die aktuellen Projekte informieren sie sich bitte bei der KUniNa.
Gibt es weitere Aktivitäten?
Hauptsächlich im Rahmen der Projekte. Weitere Aktivitäten sind nicht ausgeschlossen und werden sich im Laufe der Projekte ergeben. Auch betreute Hausaufgaben und/oder Ferienprojekte machen ist denkbar.
Was heißt „Nachhaltigkeit“ im KUniNa Sinn?
„Lernen, das langfristig zu Veränderung führt. Veränderung, die für zukünftiges Verhalten sinnvoll und positiv ist.“
Nachhaltigkeit betrifft die vier Bereiche Ökologie, Ökonomie, Gesellschaft, Politik.
Nachhaltiges Handeln heißt, Offenheit, Toleranz und das Bewusstsein, dass mein Handeln immer regionale, überregionale und internationale Auswirkungen hat und ist daher bedeutend für den Schutz der Umwelt und faire gesamtwirtschaftliche und soziale Prozesse.